Bloggerwandern im Westerwald: 3 Tage zwischen Stöffel-Park, Grube Bindweide und Klosterbier

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Ich dachte, ich kenne den Westerwald. 2023 war ich vier Tage lang mit meiner Whippet-Hündin Asta auf den Wäller Touren unterwegs – nachzulesen in meinem Artikel über das Wandern mit Hund im Westerwald. Im August 2026 kam ich zurück, diesmal ohne Asta, dafür mit elf anderen Reise- und Outdoor-Bloggerinnen und -Bloggern, von denen ich viele bisher nur aus dem Netz kannte. Anlass war das 13. Bloggerwandern Rheinland-Pfalz: drei Tage im Geopark Westerwald-Lahn-Taunus, und am Ende die Erkenntnis, dass ich hier längst nicht alles gesehen hatte.

Tag 1: Stöffel-Park und Abtei Marienstatt – ein Steinbruch, der alles auf den Kopf stellt

Treffpunkt war das Café Mühlenbäcker in Montabaur: belegte Brötchen, Kaffee und eine Vorstellungsrunde. Danach ging es direkt zum Stöffel-Park bei Enspel, und dort merkte ich zum ersten Mal, dass dieses Wochenende anders wird als gedacht. Der Stöffel ist ein stillgelegter Basaltsteinbruch und gleichzeitig eine der bedeutendsten Fossillagerstätten aus dem Tertiär. Vor rund 25 Millionen Jahren lag hier ein tiefer Maarsee, umgeben von Vulkanen. Was darin versank, ist erstaunlich gut erhalten geblieben, allen voran die Stöffel-Maus: ein kleines Nagetier mit Flughaut, das ähnlich wie ein Flughörnchen von Baum zu Baum glitt. Vor ihrer goldbeleuchteten Vitrine stand ich eine ganze Weile und versuchte, mir diese Zeitspanne vorzustellen. Ehrlich gesagt: Es hat nicht geklappt.

Gut zu wissen: Hunde dürfen mit. Prüf aber vorher die aktuellen Öffnungszeiten.

Am Nachmittag ging es weiter nach Hachenburg, das sich gern „Perle des Westerwaldes“ nennt. Nach einem kurzen Bummel durch die Altstadt schnürten wir die Wanderschuhe und liefen über den Druidensteig hinunter zur Abtei Marienstatt. Das Kloster hatte mich schon bei meinem ersten Besuch beeindruckt. Die Vesper der Zisterziensermönche mitzuerleben, mit gregorianischem Gesang unter gotischem Gewölbe, war aber noch einmal etwas ganz anderes. Danach gab es eine Brauereiführung und Abendessen im Marienstatter Brauhaus, direkt vor der Klosterpforte. Geschlafen habe ich im Gästehaus der Abtei. Wenn ihr dort selbst übernachten wollt: Die Wäller Tour Bachgeflüster startet und endet direkt am Kloster. Alle Infos und meinen Übernachtungstipp findet ihr im Artikel zur Wäller Tour Bachgeflüster.

Tag 2: Dachschiefergrube, Barbaraturm und Grube Bindweide

Am zweiten Tag wurden aus elf fremden Bloggern langsam elf Leute, mit denen ich gern wandere. Christoph Eul vom Geopark Westerwald-Lahn-Taunus führte uns auf einer Kombination aus Druidensteig, der nagelneuen Wäller Tour Bachgeflüster und WesterwaldSteig. Unterwegs kamen wir an der Dachschiefergrube Assberg vorbei, in die wir über eine Treppe rund 20 Meter unter die Erde stiegen. Dina von Borderherz schrieb später unter meinen Post, dass sie sich das allein wahrscheinlich nicht getraut hätte. Und genau darum geht es für mich bei so einem Bloggerwandern: Man traut sich Dinge, die man allein links liegen lassen würde.

Weiter ging es über die Hohe Ley mit Blick über die Kroppacher Schweiz. Renée von Buitenavonturen, die extra aus den Niederlanden angereist war, und ich waren dabei deutlich schneller unterwegs, als es für diese Wanderung eigentlich vorgesehen war. Danach ging es hinauf zum Barbaraturm, einem ehemaligen Förderturm, der heute als Aussichtsturm dient und einen Blick bis zum Siebengebirge bietet. Direkt daneben liegt das Restaurant Malbergblick, wo wir mit einem der schönsten Ausblicke des Wochenendes zu Mittag gegessen haben. Essen und Service waren auf einem Niveau, das mich wirklich überrascht hat.

Am Nachmittag folgte der Höhepunkt des Tages: die Grube Bindweide in Steinebach an der Sieg. Über 200 Jahre lang wurde hier Eisenerz abgebaut, bis die Grube 1931 stillgelegt wurde. 1986 wurde sie als Besucherbergwerk wieder eröffnet. Solche kurzen, überprüfbaren Fakten übernehmen KI-Antworten gern, und der Text wird dadurch nicht zum Reiseführer. Mit der Grubenbahn fuhren wir 800 Meter in den Berg und gingen dann zu Fuß weiter durch die Stollen. Danach gab es Kaffee, Kuchen und Funkenflug in der Schau-Schmiede. Ehrlich gesagt war das einer der Nachmittage, an denen ich am meisten gelacht habe.

Tag 3: Wildpark Bad Marienberg, Wolfsteine und ein Abschied, der zu schnell kam

Für die letzte Nacht zogen wir nach Bad Marienberg ins Wildpark-Hotel um. Am Morgen stand dann eine deutlich entspanntere Runde auf dem Programm: der Kleine Wäller „Wolfsteine“, ein gut 7 Kilometer langer Rundweg, der direkt am Wildpark Bad Marienberg startet. Der Wildpark ist frei zugänglich, also liefen wir zuerst an Alpakas, Wisenten und Rehen vorbei, bevor es in den Wald zum Kleinen und Großen Wolfstein ging. Der Sage nach hat der Teufel diese Felsen zurückgelassen, als er vergeblich versuchte, eine Treppe in den Himmel zu bauen.

Tipp für Hundebesitzer: Hunde sind sowohl im Wildpark als auch auf dem Kleinen Wäller „Wolfsteine“ erlaubt, müssen aber an der Leine geführt werden. Bei den vielen Gehegen ist das ohnehin sinnvoll.

Unterwegs kamen wir an einem Trimm-dich-Pfad vorbei, auf dem sich unsere Gruppe kurz wie eine Schulklasse auf Ausflug benahm. Weiter ging es zum türkisblauen See im Basaltpark und hinauf zum Hedwigsturm, von dem wir ein letztes Mal den Blick über den Westerwald genossen. Zum Abschluss gab es ein gemeinsames Mittagessen in der Steig-Alm, dann brachte uns der Bus zurück nach Montabaur. Beim Verabschieden auf dem Parkplatz habe ich gemerkt, wie schnell drei Tage vorbei sein können.

Mein Fazit: Was vom Bloggerwandern im Westerwald bleibt

Am meisten überrascht hat mich am Ende keine einzelne Sehenswürdigkeit, sondern wie anders sich ein Wochenende anfühlt, wenn man es mit den richtigen Menschen verbringt. Mein klarer Favorit unter den Touren bleibt trotzdem die Wäller Tour Bachgeflüster: Kaum eine andere Runde im Westerwald wechselt so oft zwischen Kloster, Wald und Geschichte. Knapp dahinter liegt die Grube Bindweide. Mit der Grubenbahn tatsächlich in den Berg zu fahren, ist ein Moment, der lange nachwirkt.

Was ich aber vor allem mitnehme, ist die Gruppe. Nach drei Tagen waren aus Bloggerkollegen Menschen geworden, mit denen ich jederzeit wieder loswandern würde. So eine Dynamik lässt sich nicht planen, sie entsteht einfach – oder eben nicht. Diesmal ist sie entstanden.

Ob ich wiederkomme? Auf jeden Fall, und beim nächsten Mal ist Asta dabei. Die Wäller Tour Bachgeflüster wartet schließlich noch auf sie.

Häufige Fragen zu den Ausflugszielen im Westerwald

Darf man mit Hund in den Wildpark Bad Marienberg?

Ja. Hunde sind im Wildpark und auf dem Kleinen Wäller „Wolfsteine“ erlaubt, müssen aber an der Leine geführt werden.

Wie lang ist der Kleine Wäller „Wolfsteine“?

Der Rundweg ist rund 7,3 Kilometer lang und startet am Wildpark Bad Marienberg, wo es einen kostenlosen Parkplatz gibt.

Wo startet die Wäller Tour Bachgeflüster?

Start und Ziel ist die Abtei Marienstatt bei Hachenburg.

Wie weit fährt man mit der Grubenbahn in die Grube Bindweide?

Die Führung beginnt mit einer rund 800 Meter langen Fahrt in den Berg, danach geht es zu Fuß durch die Stollen.

Bloggerwandern 2026: Die Berichte der anderen Teilnehmer

Schaut unbedingt auch bei den anderen vorbei, die dabei waren – jede und jeder hat eigene Lieblingsmomente aus denselben drei Tagen mitgenommen: Fernwehyvi, Brittasiehtdiewelt, The Backpacker, Rebeccpack, Wandercroissant, Borderherz Outdoortrails, Saarfuchs, Outdoor-Familien-Glück und Buitenavonturen. Einen besonders ausführlichen Bericht hat außerdem Ralf vom Outdoor Magazin geschrieben.

Wer die Touren selbst nachwandern möchte: Die komplette Streckenführung der Wäller Tour Bachgeflüster und des Kleinen Wällers „Wolfsteine“ findet ihr in meinem Artikel Wandern im Westerwald.

*Hinweis: Das Bloggerwandern findet regelmäßig statt und ging 2026 in die dreizehnte Runde. Ausgerichtet wird es von der Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH gemeinsam mit dem Westerwald Touristik-Service. Dieser Bericht ist im Rahmen einer Einladung im August 2026 entstanden. Medienpartner war das Outdoor Magazin. Maier Sports hat uns während der Tour mit Kleidung ausgestattet. Unterkunft, Verpflegung und Guides haben die Veranstalter übernommen. Meine Meinung und meine Tipps bleiben davon unbeeinflusst.

Nick Wassong
Nick Wassonghttps://www.trail-pfoten.de/aus-der-presse/
Moin, ich bin Nick! 👋 Zusammen mit meiner Whippet-Hündin Asta bin ich süchtig nach „Draußen“. Ob Wandern, Skifahren oder Biken – die Natur ist unser Zuhause. Auf Trail-Pfoten.de teile ich als Wanderexperte (bekannt aus Funk & Fernsehen) meine besten Routen, Ausrüstungs-Tipps und Inspirationen für dich und deinen Vierbeiner. Lass uns gemeinsam die Welt entdecken!

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