Geo Vibes Westerwald: Drei Tage beim Bloggerwandern zwischen Fossilien und Klosterbier

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Ich kannte den Westerwald schon, dachte ich. 2023 war ich mit Asta hier unterwegs, vier Tage lang auf den Wäller Touren unter dem Motto Wandern mit Hund im Westerwald. Diesmal reiste ich ohne sie an – dafür mit elf anderen Reise- und Outdoor-Bloggerinnen und -Bloggern, die ich teilweise nur aus dem Netz kannte.

Tag 1: Ein Steinbruch, der alles auf den Kopf stellt

Treffpunkt war Montabaur, Café Mühlenbäcker, ein belegtes Brötchen und eine Vorstellungsrunde voller Blogger. Von dort ging es direkt zum Stöffel-Park – und für mich war das schon der erste Moment, an dem sich das Wochenende anders anfühlte als geplant. Ein stillgelegter Basaltsteinbruch, der gleichzeitig eine der bedeutendsten Tertiär-Fossillagerstätten der Welt ist. Die Stöffel-Maus, ein gleitfliegendes Nagetier, das vor rund zwei Millionen Jahren hier verschüttet wurde – während der Vulkanismus, der diese Landschaft geformt hat, schon 25 Millionen Jahre älter ist. Ich stand vor der goldbeleuchteten Vitrine und musste mehrfach nachlesen, damit die Zeiträume überhaupt einen Sinn ergaben.

Nachmittags dann Hachenburg, die „Perle des Westerwaldes“ – kurzer Spaziergang durch die Altstadt, bevor wir die Wanderschuhe schnürten und über den Druidensteig hinunter nach Marienstatt liefen. Die Abtei hat mich schon beim ersten Besuch beeindruckt, aber die Vesper der Zisterziensermönche in der Klosterkirche, gregorianischer Gesang unter gotischem Gewölbe, ist noch mal eine andere Kategorie. Danach: Brauereiführung und Abendessen im Marienstatter Brauhaus, direkt vor der Klosterpforte. Übernachtet habe ich im Gästehaus der Abtei – falls ihr das selbst plant, mein Tipp aus eigener Erfahrung steht im separaten Artikel zur Wäller Tour Bachgeflüster, die hier genau startet und endet.

Tag 2: Unter Tage, über den Dächern, und viel zu viel gelacht

Der zweite Tag war der, an dem aus „elf fremden Bloggern“ langsam „elf Leuten, mit denen ich gerne wandere“ wurde. Christoph Eul vom Geopark Westerwald-Lahn-Taunus führte uns über eine Kombination aus Druidensteig, der nagelneuen Wäller Tour Bachgeflüster und dem WesterwaldSteig – vorbei an der Dachschiefergrube Assberg, wo wir über eine Treppe 20 Meter unter die Erde stiegen. Dina von Borderherz schrieb später unter meinem Post dazu, dass sie sich das allein wahrscheinlich nicht getraut hätte. Ehrlich gesagt: ich glaube, genau das ist der Punkt bei so einem Bloggerwandern. Man traut sich Dinge, die man allein liegen lassen würde.

Weiter über die Hohe Ley, mit Ausblick über die Kroppacher Schweiz, dann hinauf zum Barbaraturm – ein alter Förderturm, umfunktioniert zum Aussichtsturm, mit Blick bis zum Siebengebirge. Direkt daneben liegt das Restaurant Malbergblick, wo wir mit einem der schönsten Ausblicke des Wochenendes zu Mittag aßen – dazu Essen und Service auf einem Niveau, das mich wirklich überrascht hat. Nachmittags die eigentliche Wucht des Tages: die Grube Bindweide, mit der Grubenbahn 800 Meter in den Berg, dann zu Fuß weiter in die Stollen. Danach Kaffee, Kuchen und Funkenflug in der Schau-Schmiede – und, wenn ich ehrlich bin, einer der Nachmittage, an denen ich am meisten gelacht habe. Renée von Buitenavonturen, die extra aus den Niederlanden angereist war, und ich sind an diesem Tag ziemlich zügig unterwegs gewesen, als für eine Wanderung eigentlich vorgesehen ist.

Tag 3: Wildpark, Wolfsage und ein Abschied, der zu schnell kam

Umzug nach Bad Marienberg, Übernachtung im Wildparkhotel, und am letzten Morgen eine deutlich entspanntere Runde: die Kleine Wäller Wolfsteine. Vorbei an Alpakas, Wisenten und Rehen, die uns im frei zugänglichen Wildpark über den Weg liefen, zum Kleinen und Großen Wolfstein – und der Sage, dass der Teufel diese Felsen zurückließ, als er vergeblich versuchte, eine Treppe in den Himmel zu bauen. Dazwischen ein Trimm-Dich-Pfad, auf dem sich die Gruppe kurz wie eine Schulklasse auf Ausflug benahm, der türkisblaue See im Basaltpark, ein letzter Ausblick vom Hedwigsturm – und zum Abschluss ein gemeinsames Mittagessen in der Steig-Alm, bevor der Bus uns zurück nach Montabaur brachte.

Mein Fazit

Am meisten überrascht hat mich am Ende gar nicht eine einzelne Sehenswürdigkeit, sondern wie unterschiedlich ein Wochenende sein kann, wenn man es mit den richtigen Menschen verbringt. Die Wäller Tour Bachgeflüster bleibt für mich der klare Favorit der drei Tage – kaum eine andere Runde im Westerwald wechselt so oft zwischen Kloster, Wald und Geschichte. Fast ebenbürtig dahinter: die Grube Bindweide, dieser Moment, mit der Grubenbahn tatsächlich in den Berg zu fahren, wirkt lange nach.

Was ich aber am meisten mitnehme, ist die Gruppe selbst. Aus elf Leuten, die ich vorher nur aus dem Netz kannte, wurden binnen drei Tagen Menschen, mit denen ich jederzeit wieder loswandern würde – diese Dynamik lässt sich schwer planen, sie ist einfach entstanden. Ein Wochenende voller Erlebnisse und richtig guter Stimmung, wie ich es lange nicht mehr hatte.

Ob ich wiederkomme? Auf jeden Fall – und beim nächsten Mal nehme ich Asta mit. Bachgeflüster wartet schließlich noch auf sie.

Ein Wochenende wie dieses erlebt man nie nur aus einer Perspektive. Schaut unbedingt auch bei den anderen vorbei, die mit dabei waren – jede und jeder hat eigene Lieblingsmomente aus denselben drei Tagen mitgenommen: Fernwehyvi, Brittasiehtdiewelt, the Backpacker, Rebeccpack, Wandercroissant, Borderherz Outdoortrails, Saarfuchs, Outdoor-Familien-Glück und Buitenavonturen. Einen besonders ausführlichen Bericht hat außerdem Ralf vom Outdoor Magazin geschrieben.

Wer die einzelnen Touren im Detail nachwandern möchte: Die komplette Streckenführung von Bachgeflüster und der Kleinen Wäller Wolfsteine findet ihr hier im Artikel „Wandern im Westerwald„.

*Hinweis: Das „Bloggerwandern“ findet regelmäßig statt und ging in diesem Jahr bereits in die dreizehnte Runde, ausgerichtet von der Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH gemeinsam mit dem Westerwald Touristik-Service. Dieser Bericht ist im Rahmen einer Einladung dazu im August 2026 entstanden. Medienpartner der Veranstaltung war das Outdoor Magazin. Auch Maier Sports war mit vor Ort und hat uns während der Tour mit Kleidung der Marke ausgestattet. Unterkunft, Verpflegung und Guides wurden von den Veranstaltern für mich getragen. Meine Meinung, Ansichten und Tipps bleiben davon unbeeinflusst.

Nick Wassong
Nick Wassonghttps://www.trail-pfoten.de/aus-der-presse/
Moin, ich bin Nick! 👋 Zusammen mit meiner Whippet-Hündin Asta bin ich süchtig nach „Draußen“. Ob Wandern, Skifahren oder Biken – die Natur ist unser Zuhause. Auf Trail-Pfoten.de teile ich als Wanderexperte (bekannt aus Funk & Fernsehen) meine besten Routen, Ausrüstungs-Tipps und Inspirationen für dich und deinen Vierbeiner. Lass uns gemeinsam die Welt entdecken!

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