Kreuzbandriss beim Whippet: Astas langer Weg zurück auf den Trail

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Pause auf dem Trail: Wenn das Abenteuer plötzlich stillsteht

Es war ein regnerischer Tag, der 22. Februar. Eigentlich ein ganz normaler Spaziergang – wir hatten Spaß, die Luft war frisch, und wir genossen die Zeit in der Natur, so wie wir es auf unseren vielen Wandertouren in der Eifel so oft tun. Ich warf die Frisbee – eine Bewegung, die Asta schon tausendmal gemacht hat. Doch diesmal war alles anders. Asta rutschte weg, und was dann folgte, war ein Schrei, den ich nie vergessen werde.

In diesem Moment blieb die Welt stehen. Mein flinker Whippet, der eigentlich federleicht über den Boden schwebt, konnte nicht mehr laufen. Das rechte Hinterbein hing leblos in der Luft. Ich habe sie sofort auf den Arm genommen und den ganzen Weg nach Hause getragen – ein schwerer Gang, getragen von Adrenalin und purer Angst um mein Mädchen.

Diagnose & Der erste Schock: Kreuzbandriss

Kurz darauf im Tierärztezentrum Neuland in Bergheim kam die Gewissheit: Kreuzbandriss. Alles ging rasend schnell. Schon am nächsten Tag, dem 23.02., lag sie auf dem OP-Tisch für eine TPLO (Tibial Plateau Leveling Osteotomy). Man funktioniert in diesen Momenten nur noch, die Sorge um die Mobilität des Hundes überwiegt alles.

Das „neue“ Leben im Basislager

Plötzlich wird die Welt eines Trail-Hundes, der sonst Kilometer bei Alpenüberquerungen frisst, winzig klein. Unsere Wohnung wurde zum Hochsicherheitstrakt:

  • Gitter und Laufstall: Damit Asta gar nicht erst in Versuchung kommt, irgendwo hochzuspringen.
  • Nähe trotz Barriere: Das Bett habe ich mit Gittern gesichert und eine Rampe gekauft. Es war mir wichtig, dass sie trotz Verletzung bei mir schlafen kann – Whippets brauchen diese Nähe einfach wie die Luft zum Atmen.
  • Kontrollierte Bewegung: Draußen geht es nur noch an der kurzen Leine voran. Mein treuer Begleiter war dabei das Ruffwear-Geschirr mit Griff, das wir sonst für schwierige Passagen am Berg nutzen, um sie über jedes noch so kleine Hindernis sicher zu heben.

Der Rückschlag: Wenn die Heilung zur Geduldsprobe wird

Leider verlief die Genesung nicht linear. Trotz aller Vorsicht und einem „gemütlichen“ Trichter gelang es Asta, an die Wunde zu kommen. Kurz vor Ostern der Rückschlag: Eine schwere Entzündung.

Seit dem 07.04. gehört das Antibiotikum nun zu unserem Alltag. Die Sorge vor einem Biofilm auf dem Implantat ist groß. Beim Kontrolltermin am 29.04. dann die bittere Nachricht: Das Implantat sitzt zwar perfekt und der Knochen verheilt gut, aber aufgrund der Entzündung und der extrem dünnen Whippet-Haut muss das Metall in etwa sechs Monaten wieder rausoperiert werden.

Den Trail in den Alltag holen

Auch wenn wir aktuell keine Gipfel im Lechtal erklimmen können, versuchen wir, Astas Welt so groß wie möglich zu machen:

  1. Der Croozer: Er ist aktuell unser „Expeditionsmobil“. So kann sie dabei sein, den Wind in der Nase spüren und neue Gerüche aufsaugen, ohne ihr Bein zu belasten.
  2. Kopfarbeit: Schnüffelteppiche und Leckerlie-Suche sind unsere neuen Gipfelerlebnisse.
  3. Physio-Power: Seit Woche 2 kämpfen wir uns zurück. Erst Massagen, jetzt wird es mit kleinen Parcours und einem Massage-Hammer wieder etwas aktiver.

Zwischen Enttäuschung und Hoffnung

Ich will ehrlich zu euch sein: Meine Emotionen schwanken stark. Die finanzielle Belastung ist enorm – von der Versicherung gab es kaum Unterstützung, und wir steuern gerade auf die 5000 € Marke zu. Ein Thema, das viele Hundehalter bei einer TPLO-OP unterschätzen.

Der härteste Moment steht mir aber noch bevor: Im September werde ich die geplante Alpenüberquerung von Garmisch nach Sterzing ohne Asta machen müssen. Ich gehe mit Dennis und seinen zwei Whippets Cooper und Archie, während mein eigenes Mädchen zu Hause bleiben muss. Das bricht mir das Herz, denn Asta ist eigentlich mein festes Teammitglied am Berg.

Mein Versprechen an Asta

Aktuell fällt es mir schwer zu glauben, dass sie jemals wieder wie ein Blitz über den Strand flitzen oder mit mir über die Brenta-Dolomiten wandern wird. Aber wir geben nicht auf.

Unser Ziel ist klar definiert: 2027 stehen wir wieder gemeinsam auf dem Gipfel.

An alle da draußen, die gerade Ähnliches durchmachen (egal ob Kreuzbandriss, TPLO-Komplikationen oder langwierige Reha): Ihr seid nicht allein. Der Weg zurück auf den Trail ist kein Sprint, sondern der härteste Ultra-Marathon, den wir je bestritten haben. Aber jeder kleine Schritt zählt.

Nick Wassong
Nick Wassonghttps://www.trail-pfoten.de/aus-der-presse/
Moin, ich bin Nick! 👋 Zusammen mit meiner Whippet-Hündin Asta bin ich süchtig nach „Draußen“. Ob Wandern, Skifahren oder Biken – die Natur ist unser Zuhause. Auf Trail-Pfoten.de teile ich als Wanderexperte (bekannt aus Funk & Fernsehen) meine besten Routen, Ausrüstungs-Tipps und Inspirationen für dich und deinen Vierbeiner. Lass uns gemeinsam die Welt entdecken!

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