Das Lechtal in Tirol und das angrenzende Allgäu sind für mich eine der schönsten Regionen in den Alpen, wenn man mit dem Vierbeiner unterwegs ist. Wildflüsse, grüne Almen, schroffe Gipfel – und mittendrin: Wir mit unseren Hunden.
In diesem Artikel zeige ich euch meine Top-Wanderungen im Lechtal, gebe Tipps für die beste hundefreundliche Unterkunft und nehme euch mit auf zwei traumhafte Runden bei Füssen, die ihr euch nicht entgehen lassen solltet. Außerdem verrate ich, wie wir das Lechtal in unsere E5-Alpenüberquerung eingebaut haben.
Schnürt die Wanderstiefel (und pflegt die Pfoten), los geht’s!
Unser Basislager: Ein Zuhause auf Zeit in Bach
Wer den ganzen Tag auf den Beinen ist, braucht eine gute Basis. Für uns war das Haus Petra in Bach.
Ich sage es ganz offen: Hier gab es das beste Frühstück der Welt. Genau das Richtige, um gestärkt in einen langen Wandertag zu starten. Aber noch wichtiger war für uns die Herzlichkeit: Hunde sind hier nicht nur geduldet, sondern willkommen. Wenn ihr also eine Unterkunft sucht, in der ihr euch nach einer langen Tour wirklich wohlfühlen könnt, kann ich euch das Haus Petra nur wärmstens ans Herz legen.



Teil 1: Meine Top 3 Touren im Lechtal mit Hund
Hier kommen meine persönlichen Highlights, die wir von unserem „Basislager“ in Bach aus unternommen haben. Es sind Touren, die mir und den Hunden besonders im Gedächtnis geblieben sind – mal wegen des Geschmacks, mal wegen des Herzklopfens.
1. Die Genuss- & Adrenalin-Runde: Bach, Rossgumpenalm & Hängebrücke Holzgau
Diese Tour war unser Urlaubsauftakt und bot direkt alles: Wasserrauschen, kulinarische Highlights und weiche Knie. Ein kleines Revival meiner E5-Etappe von 2018, aber diesmal mit Asta an meiner Seite.
- Start: Bach (über den Lechweg)
- Zwischenstopp: Café Uta (perfekt für ein eiskaltes Radler)
- Kulinarisches Highlight: Rossgumpenalm. Hier gibt es den weltbesten Kaiserschmarrn – fluffig und perfekt karamellisiert!
- Der Rückweg (Adrenalin pur): Über den E5 vorbei an Wasserfällen zur Hängebrücke nach Holzgau.
Wir starteten in Bach über den Lechweg, immer begleitet vom Rauschen des Wassers und dem würzigen Duft der Bergwiesen. Nach einem ersten kühlen Radler im wunderschönen Café Uta ging es weiter zur Rossgumpenalm. Und hier muss ich kurz eine dringende kulinarische Empfehlung aussprechen:
Der Kaiserschmarrn-Tipp: Auf der Rossgumpenalm gab es den – ohne Übertreibung – weltbesten Kaiserschmarrn! Frisch zubereitet, unglaublich fluffig und perfekt karamellisiert. Ein absolutes Geschmackshighlight mitten in den Bergen. Allein dafür lohnt sich der Aufstieg!
Der Rückweg & die Mutprobe: Frisch gestärkt folgten wir dem E5 zurück, vorbei an beeindruckenden Wasserfällen bis zur berühmten Hängebrücke in Holzgau. 2018 bin ich noch locker drüber spaziert, aber diesmal hatte ich ehrlich gesagt weiche Knie.
Wichtig für Hundehalter: Der Boden ist ein Gitterrost. Für Astas Pfoten war das ohne Hundeschuhe viel zu gefährlich. Ich musste sie tragen – auf 110 Metern Höhe und mit wackeligen Beinen ein echtes Abenteuer! Wenn ihr diese Tour macht: Packt unbedingt Booties ein oder macht euch darauf gefasst, euren Hund (sofern tragbar) auf den Arm zu nehmen. Mit dem Adrenalin im Blut haben wir es aber geschafft!






2. Abenteuer pur: Zur Sulzalm und Frederick-Simms-Hütte
Wer „Gänsehautmomente“ sucht, ist hier richtig. Diese Tour fordert etwas mehr, belohnt aber mit grandiosen Panoramen.
- Route: Von Bach zur Sulzalm und weiter bis zum Wasserfall unterhalb der Frederick-Simms-Hütte.
- Highlights: Wir haben Geröllfelder überwunden und sind durch Berghöhlen gestiegen. Natur pur!
- Pause: Auf der Sulzalm gab es nicht nur eine Stärkung, sondern auch einen super herzlichen Empfang für die Hunde.
- Daten: Rund 17 km und 680 Höhenmeter.
Es ging von Bach zur Sulzalm und weiter bis zum Wasserfall unterhalb der Frederick-Simms-Hütte. Der Weg forderte uns durchaus: Wir haben Geröllfelder überwunden und sind sogar durch kleine Berghöhlen gestiegen – echtes Abenteuer-Feeling! Belohnt wurden wir mit grandiosen Bergpanoramen, absoluter Stille und dem Gefühl, für einen Tag ganz bei sich zu sein.
Hundefreundlichkeit: Besonders schön war die Einkehr auf der Sulzalm. Hier gab es nicht nur eine Stärkung für uns Zweibeiner, sondern auch einen besonders herzlichen Empfang für unsere Hunde. So etwas bleibt in Erinnerung!






3. Hoch hinaus (trotz Hitze): Der Rüfikopf in Lech am Arlberg
An einem Tag war es im Tal einfach zu heiß für eine ausgedehnte Wanderung. Unser Plan B war goldrichtig: Die Rüfikopf-Seilbahn.
- Erlebnis: Von Lech aus ging es bequem auf 2.350 Meter. Oben erwartete uns eine ganz andere Welt: Stille, Weite und sogar Schneefelder mitten im Juni!
- Für die Hunde: Sonic und Asta haben es geliebt, durch den Schnee zu tapsen und die frische Bergluft zu schnuppern.
- Wildlife: Wir haben unzählige Murmeltiere gesehen und gehört. Leine gut festhalten! 😉
- Highlights: Der Gipfel des Rüfikopf und der idyllische Monzabonsee.
Von Lech am Arlberg ging es mit der Rüfikopf-Seilbahn (Maulkorb nicht vergessen!) entspannt hinauf auf 2.350 Meter. Oben angekommen: Frische Bergluft, Weite und – kaum zu glauben – Schneefelder mitten im Juni! Für Sonic und Asta war das das Paradies. Sie haben es sichtlich genossen, durch den kühlen Schnee zu tapsen, Ausschau zu halten und einfach „Hund zu sein“.
Wildlife-Alarm: Haltet die Leinen gut fest! Wir haben unzählige Murmeltiere gesehen und vor allem gehört. Ein traumhafter Tag, der zeigt: Es braucht nicht immer viele Kilometer, manchmal reicht ein besonderer Ort wie der Gipfel des Rüfikopf oder der idyllische Monzabonsee, um ins Staunen zu geraten.






Teil 2: Das Lechtal als Teil des E5
Das Lechtal ist ein zentraler Dreh- und Angelpunkt für den berühmten Fernwanderweg E5 (Oberstdorf – Meran). Ich bin diese Etappen selbst gelaufen und das Erlebnis, ins Lechtal hinein und wieder hinaus zu wandern, ist unbeschreiblich.
Wenn ihr plant, den E5 mit Hund zu gehen, oder Teilstücke davon wandern wollt, lest euch unbedingt meine detaillierten Berichte durch:
4. Der Weg ins Tal: Von der Kemptner Hütte nach Bach (E5: Etappe 2)
Diese Etappe ist der Moment des „Ankommens“. Nachdem man das beeindruckende Mädelejoch überwunden hat, führt der Weg lang (und wunderschön!) hinab durch das Höhenbachtal bis nach Holzgau und weiter nach Bach. Es ist die Etappe, auf der man spürt, wie sich die Landschaft verändert. Die schroffen Felsen weichen grünen Wiesen und dem wilden Lech.
Meinen ausführlichen Bericht zur Etappe und wie wir den langen Abstieg gemeistert haben, lest ihr hier: E5 Etappe 2: Kemptner Hütte – Bach






5. Der Aufbruch ins Hochgebirge: Von Bach zur Memminger Hütte (E5 Etappe 3)
Von Bach aus geht es wieder hinauf. Und das Gute ist: Wenn ihr (wie wir) im Haus Petra wohnt, startet ihr quasi direkt von der Haustür in dieses Abenteuer.
Der Aufstieg zur Memminger Hütte ist fordernd, aber er schweißt Mensch und Hund zusammen. Man lässt das Tal hinter sich, passiert Wasserfälle und steigt höher und höher, bis man schließlich die Hütte in einer kargen, faszinierenden Felslandschaft erreicht.
Alle Infos zum Aufstieg, Schwierigkeitsgrad und meinen Erlebnissen findet ihr hier: E5 Etappe 3: Bach – Memminger Hütte






Teil 3: Wandern rund um Füssen & die Königsschlösser
Nur einen Katzensprung vom Lechtal entfernt liegt Füssen. Wir haben dort zwei wunderschöne Rundwanderungen gemacht, die ich euch sehr empfehlen kann – egal ob als Tagesausflug oder auf der Durchreise.
6. Die große Königsschlösser-Runde (Füssen & Schwangau)
ca. 17,5 km | 4:20 h | mittel
Diese Tour fühlt sich an wie in einer anderen Welt. Von der Altstadt in Füssen geht es über den König-Max-Steg am spektakulären Lechfall vorbei.
- Der Weg: Durch einen fantastischen Märchenwald über den Alpenrosenweg, oberhalb des Schwansees.
- Die Schlösser: Der Weg führt euch zum Königsschloss Hohenschwangau und weiter zum wunderschönen Alpsee (perfekt für eine Pause!).
- Das Highlight: Vom Alpsee geht es hoch zum Schloss Neuschwanstein. Den wohl ikonischsten Ausblick auf das Schloss habt ihr von der Marienbrücke.
- Rückweg: Zurück zum Alpsee, über den Schwansee wieder in die Füssener Altstadt.






7. Die Familien-Runde (Lechfall, Baumkronenweg & Schwansee)
ca. 11,4 km | 3:15 h | leicht
Diese etwas kürzere Runde ist ideal für Familien oder eine entspannte Halbtagestour. Auch hier startet ihr in der Altstadt von Füssen Richtung Lechfall.
- Highlight Baumkronenweg: Vom Lechfall geht es weiter zum Baumkronenweg Ziegelwies. Ihr habt einen tollen Ausblick auf den Lech und die Berge (Hunde an der Leine sind hier oft erlaubt, bitte aktuelle Regeln checken!).
- Natur genießen: Anschließend wandert ihr am Ufer des Lech zurück Richtung Fall und dann durch einen wunderschönen Wald zum Schwansee.
- Der Blick: Dort angekommen dürft ihr einen märchenhaften Ausblick auf beide Schlösser (Hohenschwangau und Neuschwanstein) aus der Ferne genießen, bevor es zurück in die Altstadt geht.






Alle Touren auf einen Blick: Unsere Komoot-Collection
Damit ihr nicht lange suchen müsst, habe ich euch alle 7 Wanderungen – von der gemütlichen Runde in Füssen bis zur E5-Königsetappe – in einer Komoot-Collection zusammengefasst.
Speichert euch die Collection am besten direkt ab, dann habt ihr alle Routen für euren Lechtal-Urlaub griffbereit!
Fazit: Lechtal-Liebe mit Hund
Ob alpine Herausforderung, entspannte Seen-Runde bei den Königsschlössern oder Kaiserschmarrn auf der Alm – die Region Lechtal/Füssen bietet unglaublich viel Abwechslung für Zwei- und Vierbeiner.
Wart ihr schon mal mit Hund dort? Schreibt mir eure Erfahrungen gerne in die Kommentare!
Viel Spaß beim Nachwandern, Euer Team von Trail-Pfoten
